10.06.2017
Bildungspolitische Fahrt zum staatlich anerkannten Erholungsort Markt Ebrach

Kultur und Natur: Markt Ebrach war Ziel der bildungspolitischen Fahrt der FWG Hartenstein und Umgebung Hartenstein – Gemeinsam mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Bayern veranstaltete die Freie Wählergemeinschaft Hartenstein und Umgebung eine öffentliche bildungspolitische Fahrt zum staatlich anerkannten Erholungsort Markt Ebrach. Ziele waren der Besuch des sehenswerten Zisterzienserklosters und des mitten im Naturpark Steigerwald errichteten Baumwipfelpfades. Der gemütliche Ausklang fand bei einem gemeinsamen Abendessen im Historikhotel Klosterbräu statt.

An der von den beiden FWG-Vorsitzenden Dominik Gentsch und Werner Wolter hervorragend organisierten Veranstaltung nahmen zahlreiche interessierte Personen teil. Bei strahlend blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen wurde mit dem imposanten Zisterzienserkloster in Ebrach als erstes das kulturelle Highlight angesteuert. Dort erfuhren die Teilnehmer in einer Gruppenführung alles Wissenswerte über die Klosteranlage.

1127 wurde das Kloster als erstes rechtsrheinisches Zisterzienserkloster in Deutschland im bewaldeten Tal der Mittleren Ebrach gegründet. Zunächst waren die Klosterbauten wohl sehr bescheiden, doch umfangreiche Schenkungen des fränkischen Adels begründeten den Wohlstand des Klosters. Die 1285 vollendete dreischiffige Basilika ist 88 Meter lang und gilt als eines der schönsten Baudenkmäler der frühgotischen Baukunst. Eine erst vor kurzem sanierte prächtige klassizistische Innenausstattung, über 50 Fenster, 26 Altäre und über dem Westportal eine farbenprächtige Rosette von zwölf Meter Durchmesser nach dem Vorbild von Notre Dame in Paris zieren das Bauwerk. Die neuen Abteigebäude sind allesamt erst im 18. Jahrhundert entstanden, besonders hervorzuheben sind das Treppenhaus und der Kaisersaal. Die Abtei Ebrach wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst und in den bayerischen Staatsbesitz überführt. Die Basilika der ehemaligen Abtei wurde zur Pfarrkirche der oberfränkischen Marktgemeinde Ebrach. Seit 1851 dienen die restlichen Gebäudetrakte der Verwaltung der angrenzenden Justizvollzugsanstalt.

Nach den kühlen Klostermauern widmete sich die Gruppe dann der Natur. Auf dem barrierefreien Baumwipfelpfad Steigerwald unweit von Ebrach konnte die Besuchergruppe ansonsten nicht erreichbare Ebenen des Ökosystems Wald im Stamm- und Kronenbereich erleben. Der knapp 1,2 km lange Pfad verläuft spektakulär auf Höhe der Baumkronen und ist vorwiegend aus Holz gebaut. Höhepunkt der Tour war der sich nach oben öffnende, 42 Meter hohe, kelchförmige Holzturm. Der Pfad windet sich spiralförmig auf die oberste Ebene, auf dem die Wanderer ohne Höhenangst einen herrlichen Rundumblick über die waldreiche Landschaft des Steigerwaldes mit seinem urigen Buchenwald genießen konnten. Der Baumwipfelpfad stellt eine gelungene Verbindung von Waldpädagogik, Erholung und Erlebnis dar. Während der geführten Wanderung wurde auch die Thematik des geplanten Nationalparks Steigerwald angesprochen und dabei die Pro- und Contra-Argumente der bis heute andauernden hochemotionalen Debatte näher beleuchtet.

Den gemütlichen Abschluss der bildungspolitischen Fahrt bildete das gemeinsame Abendessen im Historikhotel Klosterbräu, dem ehemaligen Gästehaus der Zisterzienser in Ebrach.

Foto und Text: Cordula Breitenfellner
V.i.S.d.P.: Freie Wahlgemeinschaft Hartenstein und Umgebung, Vorsitzender Dominik Gentsch, Pfarranger 10, 91235 Hartenstein