Die Deutsche Bahn (links Matthias Trykowski, Gesamtprojektleiter Bahnausbau Nordostbayern, daneben Klaus-Dieter Josel, DB-Bevollmächtigter für Bayern) und der Freistaat (rechts Stefan Schell vom Verkehrsministerium) stellten erste Pläne für die Elektrifizierung der Strecke rechts der Pegnitz vor. Landrat Armin Kroder (2. von rechts) freut sich darauf. | Foto: Kirchmayer

28.05.2020
Weichen für Elektrifizierung sind gestellt

Zum Pressetermin im Laufer Rathaus waren ein Vertreter des Freistaates Bayern und hochrangige Bahnmitarbeiter sowie Landrat Armin Kroder gekommen. Auch Laufs Bürgermeister Thomas Lang und sein Vorgänger Benedikt Bisping, der sich vehement für die Elektrifizierung der Strecke bis Hof eingesetzt hatte, nahmen teil.

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, sagte, die Bahn werde ihrer Verantwortung gerecht, man habe sich selbst ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Das Unternehmen will bis 2038 auf 100 Prozent Ökostrom setzen. Für die Region habe das Projekt viele Vorteile, darunter weniger Lärm und sauberere Luft im Pegnitztal.

Von Hof bis Dresden

Stefan Schell, Leiter des Bereichs Schieneninfrastruktur und Eisenbahnwesen beim Bayerischen Innen-, Bau und Verkehrsministerium, der als Vertreter der Staatsregierung nach Lauf gekommen war, betonte, wie wichtig die „Franken-Sachsen-Magistrale“ für das Kabinett sei.

Die Route, die bisher nur von Hof bis Dresden elektrifiziert ist, verbindet nicht nur zwei Bundesländer, sondern auch die Bundesrepublik bei Schirnding mit Tschechien. Schell sagte, die Strecke habe eine „sehr hohe außenpolitische Bedeutung für uns“, die Elektrifizierung sei für die Umwelt und Wirtschaft wichtig.

Effiziente Lösung

Der größte Teil des Schienennetzes im Raum Nürnberg sei bereits elektrifiziert, im Nordosten werde noch vermehrt auf Dieselloks zurückgegriffen. Bayern hinke beim Elektrifizierungsgrad hinterher, so Schell, die Umstellung sei „die effizienteste Lösung für die meisten Strecken“ und „anwohnerfreundlich“.

Man werde viel Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern können, so Matthias Trykowski, der Gesamtprojektleiter für den Bahnausbau Nordostbayern. Er warb aufgrund „höherer Geschwindigkeiten und höherer Zuverlässigkeit“ für Strom- statt Dieselloks, zudem sei dadurch eine bessere Anbindung an das bestehende Netz gegeben.

Kosten von über einer Milliarde Euro

Aktuell rechne man mit Kosten von weit über einer Milliarde Euro für den Ausbau der rund 140 Kilometer langen Strecke von Nürnberg nach Schirnding. Für das obere Pegnitztal mit seinen historischen Bahnbrücken gebe es zwei Alternativen: Entweder einen Umbau der Strecke samt Ausbau von sieben Tunnels – die von Landrat Armin Kroder favorisierte Möglichkeit, weil so die dortigen Gemeinden weiter angebunden wären. Oder eine Umgehung mittels eines rund 5,5 Kilometer langen Tunnels zwischen Vorra und Neuhaus.

Achim Saßmannshausen, Leiter der Bahnstromleitungen DB Energie, bezeichnete die Elektrifizierung einen „Schritt für den Klimaschutz“, die DB wolle langfristig klimaneutral unterwegs sein. Strom soll an verschiedenen Punkten eingespeist werden, ein Schaltwerk soll in Ottensoos entstehen.

Mobilität und Klimaschutz

Landrat Armin Kroder nannte die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lauf rechts die „wahrscheinlich wichtigste Infrastrukturmaßnahme seit Jahrzehnten im Nürnberger Land“, Mobilität und Klimaschutz hätten „höchste Priorität“.

Er drückte den Wunsch aus, dass als nächster Schritt die Nebenstrecke ins Schnaittachtal ebenfalls elektrifiziert werden. Der Landkreis wünsche sich die Realisierung „so schnell wie möglich“, so der Landrat. Bahn und Freistaat erklärten ihre Bereitschaft, diese Nebenstrecke auch zu berücksichtigen.

 

Zum Pressetermin im Laufer Rathaus waren ein Vertreter des Freistaates Bayern und hochrangige Bahnmitarbeiter sowie Landrat Armin Kroder gekommen. Auch Laufs Bürgermeister Thomas Lang und sein Vorgänger Benedikt Bisping, der sich vehement für die Elektrifizierung der Strecke bis Hof eingesetzt hatte, nahmen teil.

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, sagte, die Bahn werde ihrer Verantwortung gerecht, man habe sich selbst ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Das Unternehmen will bis 2038 auf 100 Prozent Ökostrom setzen. Für die Region habe das Projekt viele Vorteile, darunter weniger Lärm und sauberere Luft im Pegnitztal.

Von Hof bis Dresden

Stefan Schell, Leiter des Bereichs Schieneninfrastruktur und Eisenbahnwesen beim Bayerischen Innen-, Bau und Verkehrsministerium, der als Vertreter der Staatsregierung nach Lauf gekommen war, betonte, wie wichtig die „Franken-Sachsen-Magistrale“ für das Kabinett sei.

Die Route, die bisher nur von Hof bis Dresden elektrifiziert ist, verbindet nicht nur zwei Bundesländer, sondern auch die Bundesrepublik bei Schirnding mit Tschechien. Schell sagte, die Strecke habe eine „sehr hohe außenpolitische Bedeutung für uns“, die Elektrifizierung sei für die Umwelt und Wirtschaft wichtig.

Effiziente Lösung

Der größte Teil des Schienennetzes im Raum Nürnberg sei bereits elektrifiziert, im Nordosten werde noch vermehrt auf Dieselloks zurückgegriffen. Bayern hinke beim Elektrifizierungsgrad hinterher, so Schell, die Umstellung sei „die effizienteste Lösung für die meisten Strecken“ und „anwohnerfreundlich“.

Man werde viel Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern können, so Matthias Trykowski, der Gesamtprojektleiter für den Bahnausbau Nordostbayern. Er warb aufgrund „höherer Geschwindigkeiten und höherer Zuverlässigkeit“ für Strom- statt Dieselloks, zudem sei dadurch eine bessere Anbindung an das bestehende Netz gegeben.

Kosten von über einer Milliarde Euro

Aktuell rechne man mit Kosten von weit über einer Milliarde Euro für den Ausbau der rund 140 Kilometer langen Strecke von Nürnberg nach Schirnding. Für das obere Pegnitztal mit seinen historischen Bahnbrücken gebe es zwei Alternativen: Entweder einen Umbau der Strecke samt Ausbau von sieben Tunnels – die von Landrat Armin Kroder favorisierte Möglichkeit, weil so die dortigen Gemeinden weiter angebunden wären. Oder eine Umgehung mittels eines rund 5,5 Kilometer langen Tunnels zwischen Vorra und Neuhaus.

Achim Saßmannshausen, Leiter der Bahnstromleitungen DB Energie, bezeichnete die Elektrifizierung einen „Schritt für den Klimaschutz“, die DB wolle langfristig klimaneutral unterwegs sein. Strom soll an verschiedenen Punkten eingespeist werden, ein Schaltwerk soll in Ottensoos entstehen.

Mobilität und Klimaschutz

Landrat Armin Kroder nannte die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lauf rechts die „wahrscheinlich wichtigste Infrastrukturmaßnahme seit Jahrzehnten im Nürnberger Land“, Mobilität und Klimaschutz hätten „höchste Priorität“.

Er drückte den Wunsch aus, dass als nächster Schritt die Nebenstrecke ins Schnaittachtal ebenfalls elektrifiziert werden. Der Landkreis wünsche sich die Realisierung „so schnell wie möglich“, so der Landrat. Bahn und Freistaat erklärten ihre Bereitschaft, diese Nebenstrecke auch zu berücksichtigen.

Bild und Text: 26.05.2020, PZ, Andreas Kirchmayer